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Schleibote_14-1-09

Visionen machen erfolgreiche Unternehmer

Ein Job mit Tiefgang

Karibische Vision als Erfolgsgeschichte

Arnis und die Küstenwache

Magische Orte

 
 

Schleibote 19.April 2005 / Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg

Visionen machen erfolgreiche Unternehmer

Zum Start ihres Visions-Festivals haben die Industrie- und Handelskammern Kiel und Flensburg zwölf Unternehmer aus der Region ausgezeichnet, die erfolgreich sind, weil sie Vistonen hatten.

Büdelsdorf, Carsten Maltzan

Die zwölf Visionäre des IHK-Festivals

1. Carl Hermann Schleifer von der Damp Holding
2. Dirk Kuhlmann von Ecomares (Kiel)
3. Kai Lippen (Energie aus Wind und Sonne) aus Handewitt
4. Fred Garbe von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft
5.Jan Kruse von der Förde Reederei Seetouristik (Flensburg)
6. Axel Reimer vom Kieler Multimedia-Campus (MMC)
7.Hasko Scheidt, Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft (Arnis)
8. Inez Linke von der Kieler O'Well Ocean Wellness GmbH
9. Marten Jensen von GEO (Gesellschaft für Energie und Oekologie) Enge-Sande
10. Regina Preuss von Preuss Informationssysteme (Flensburg)
11. Thomas Willuweit von der Söll GmbH (Rendsburg)
12. Matthias Wolfskeil von den Flensburger Stadtwerken

Um 7oo Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft davon zu überzeugen, dass Schleswig-Holstein allen Grund zu mehr Selbstbewusstsein hat, braucht man visionäre Unternehmer und einen traditionsreichen Veranstaltungsort.
Beides konnten die Veranstalter der "Vision Schleswig-Holstein 2oo5", die Industrie- und Handelskammer Kiel und Flensburg, der Prominenz gestern beim Auftakt zum dreiwöchigen Festival bieten.
Kaum ein Ort im Land steht so sehr für Unternehmergeist und Visionen wie die Carlshütte in Büdelsdorf: Denn vor 18o Jahren entstand hier auf dem Gelände der Rendsburger  Aco-Gruppe das erste Eisenwerk Norddeutschlands und schuf die Grundlage für einen  einzigartigen Wirtschaftsaufschwung in der Region. Angesichts dieser Tradition war die Prominenz gerne bereit, den Nachteil einer modernen Industrieruine in Kauf zu nehmen: Bei Außentemperaturen von knapp zehn Grad behielten viele der Gäste in der Carlshütte ihre Mäntel an.       
Angeregt durch die sphärischen Klänge der schwedischen Folkgruppe Groupa stimmten die beiden Präsidenten der Kammer, Hans-Heinrich Driftmann für die IHK Kiel und Walter Braasch für die IHK Flensburg, die Gäste auf das Motto des vierten Vision-Festivals „Wasser und Mehr - Meer und Perspektiven" ein. Wer nicht weit vorausschaut, wird alsbald Schiffbruch erleiden", zitierte Driftmann den Philosophen Konfuzius. Gemeint ist, dass nur
derjenige wirtschaftlichen Erfolg haben wird, der "sich den Kopf frei macht, der seine Ge-
danken frei schweifen lassen kann", sagte Driftmann. Dies sei auch der Kern des Vision-Festivals, das in den nächsten drei Wochen zu einer Stätte der Begegnungen und des Dialogs im ganzen Land werden soll, ergänzte Walter Braasch.

Insgesamt fast 150 Unternehmen und Institutionen beteiligen sich an Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und anderen Veranstaltungen. Damit wird das Festival zur Leistungsschau der mehr als 90 000 Mitgliedsbetriebe der beiden Kammern und schafft auch außerhalb der Landesgrenzen Aufmerksamkeit. Für Driftmann sind die Visionen gerade jetzt ein positives Signal, denn es geht mit der Wirtschaft im Land wieder leicht aufwärts. Die Talsohle sei durchschritten und es mache sich verhaltener Optimismus breit, so der Kieler IHK-Präsident. Vor diesem Hintergrund sei das Festivalprogramm "ein klares Bekenntnis zu unserem Standort und ein eindeutiger Beleg dafür, dass hier im Land hochwertig und mit guten Chancen auf den Märkten produziert werden kann". Die Vision sei darüber hinaus ein Beweis dafür, dass Kammern und Firmen miteinander kooperieren "können und wollen". Seit seinem Start vor neun Jahren sei das Festival auf diese Art zu einem "interessanten Querschnitt durch die regionale Wirtschaft des Landes geworden", betonte Walter Braasch, stellvertretend für die Leistungsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Wirtschaft und die Fähigkeit zu Visionen, präsentierten sich danach zwölf Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, darunter so traditionsreiche Firmen wie die Flensburger Schiffbaugesellschaft und so junge Unternehmen wie der Fischzüchter Ecomaris aus Kiel. Für Olaf Cord Dielewicz, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, der das Festival als Hauptsponsor fördert, sind die zwölf "visionären Unternehmen“ der Beweis, dass sich auch ein großer Staatsmann irren kann. "Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen", habe Helmut Schmidt einmal unwirsch gesagt, erinnerte Dielewicz. Schleswig-Holstein brauche aber visionäre Unternehmerinnen und Unternehmer. Nicht nur, um nach außen zu zeigen, was das Land alles kann, sondern vor allem, um "eine eigene Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln.“

Unsere Zeitung begleitet das Festival als Medienpartner.- Die 16-seitige Sonderveröffentlichung der sh:z-Zeitungen im Vorwege der Vision kann man auch unter www.shz.de/vision herunterladen.

 
 

Ein Job mit Tiefgang

Für Hasko Scheidt und seine Familie ist die Karibik zur zweiten Heimat geworden. Der Chef des Verlages Nautische Veröffentlichungen in Arnis hat mit seinem Team die Gewässer um die malerischen Inseln vermessen.

Zigtausend Segler zieht es jedes Jahr in die Karibik. Um die Inselwelt mit ihren unzähligen Buchten, Stränden und Riffen kennen zu lernen, ist gutes Kartenmaterial notwendig. Und das kommt nicht selten aus Arnis an der Schlei, unweit vom schleswig-holsteinischen Ort Kappeln. Dort hat der Verlag Nautische Veröffentlichungen von Hasko und Cornelia Scheidt seinen Sitz. Für den Nautiker, seine Familie und auch  für viele seiner Mitarbeiter sind die türkis leuchtenden Gewässer rund um die Inseln vor und hinter dem Wind in den vergangenen Jahren zur zweiten Heimat geworden. Stück für Stück haben sie das Traumrevier auf Papier gebannt.

"Mit einem Urlaubstörn hat vor zehn Jahren alles angefangen", erinnert sich Scheidt. Damals sei er während der Reisevorbereitungen auf ein einziges kartografisches Durcheinander gestoßen. Die vorhandenen Seekarten waren teilweise mit Fuß-, darin wieder mit Faden-Angaben versehen. Oder aber es lagen überhaupt keine Daten über Wassertiefen, Strömungsverhältnisse und Unliefen vor. Besonders die vielen Riffe waren nirgends erwähnt.

Schnell stand daher für ihn und seine Frau Cornelia fest: Ihr Verlag nimm Karibik-Karten ins Programm auf. Angefangen bei den Virgin Islands östlich von Puerto Rico arbeiteten sie sich über Antigua und Martinique bis Grenada vor, der südlichsten Insel im Bogen de kleinen Antillen. "Sechs Jahre lang hat sich das halbe Unternehmen mit dem Thema beschäftigt", sagt Hasko Scheidt nicht ohne Stolz.

Einen Großteil der Vermessungen nahmen er und seine Frau selbst vor. Das hatte erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Familienleben. Mit ihren drei Kindern verbrachten sie immer wieder einige Monate, einmal sogar mehr als ein Jahr in der Karibik. Neben ihrem Haus an der Schlei wurde die „Olav Trygvason", ein 20 Tonnen schwerer Bristol Pilot Cutter, ihr zweites Zuhause. Der Nachwuchs tauschte das Klassenzimmer gegen den Unterricht an einer Fernschule. Mit ein wenig Disziplin bekamen die Kinder die Umstellung in den Griff. "Es war alles prima organisiert. Wir erhielten das notwendige Unterrichtsmaterial per Post und mussten regelmäßig Arbeitsproben an die Schule zurücksenden", erzählt Cornelia Scheidt.  Mühe . hatten die Eltern aller dings schon damit, ihre Kinder an Bord zum Lernen zu motivieren. "Die hatten verständlicherweise angesichts der tollen Umgebung immer etwas Besseres vor als zu pauken". sagt Hasko Scheidt lachend.

Eine Menge Arbeit wartete auch auf ihn und seine Frau. Zwar hatten sie sich einen Traum erfüllt, doch Urlaub war die Zeit in der Karibik bei weitem nicht. "Jeden Tag sind wir früh aufgestanden. Das fiel aber nicht schwer. Der Morgen ist dort die schönste Zeit des Tages", beginnt Hasko Scheidt vom Alltag auf den Inseln zu erzählen. Nach dem Frühstück machte er sich regelmäßig zunächst daran, die Ausrüstung zu überprüfen. Salzwasser, Hitze und ständiger Gebrauch setzten Motoren und Messgeräten arg zu. Professionelle Reparaturbetriebe, beispielsweise für Außenborder, gab es nur auf den großen Inseln. Also hieß es meist: selber basteln oder zusehen, wie ein selbst ernannter einheimischer Fachmann auf einem der kleineren Eilande den Motor in unendlich viele Einzelteile zerlegte und später stundenlang probierte, sie wieder zusammenzufügen. Häufig lautete das Ergebnis der Prozedur: Ein Ersatzteil fehlt, muss erst bestellt werden. Das wiederum bedeutete langes Warten. Denn alles, was auf den Inseln benötigt wird, kommt mit dem Postschiff. Und das kann dauern.

Grundlage für das Ausloten der Wassertiefen waren Luftbilder, die ein) freier Fotograf aus einer Höhe von vier- bis fünftausend Fuß aufnahm. Hasko Scheidt ließ es sich nicht nehmen, mit in die Luft zu gehen. "Durch die ausgehängte Tür, des kleinen Flugzeugs wehte eine kühle Brise in die Kabine – ein Luxus, den es nur hoch über dem Erdboden gab", berichtet er.

Zwischen 10 und 15 Uhr, wenn die Sonne ihr Licht fast senkrecht auf die        Wasseroberfläche wirft, sei die Zeit zum Messen am günstigsten, erklärt der Deutsche weiter. Vereinfacht wurden die Arbeiten in der Karibik durch die gute Sicht. Bis in 20 Meter Tiefe habe er die Strukturen am Meeresbodens problemlos erkennen können, sagt Hasko Scheidt.
Die Hitze hingegen habe die Arbeit ungemein erschwert. Unter Deck sorgte zwar eine Klimaanlage für erträgliche Temperaturen. Doch das offene Beiboot, mit dem der Nautiker an die Riffe heranfuhr, bot nicht einmal Schatten. "Und bei Wassertemperaturen von 33 Grad Celsius brachte selbst ein Sprung in den Atlantik keine Abkühlung“, fügt der Kartograf hinzu. Nach dem schweißtreibenden Datensammeln wurden sämtliche Angaben für die spätere Verarbeitung in ein  Notebook eingegeben.

Neben den Vermessungsarbeiten nahm die Versorgung der Familie viel Zeit in Anspruch. Vor allem deshalb, weil oft kein Supermarkt in der Nähe war. "Die Verpflegung in der, Karibik war teilweise eine Katastrophe", erläutert Cornelia Scheidt. Auf den großen Inseln habe es aber meist keine Probleme gegeben. Und mit den Kindern im Schlepptau seien sie den Einheimischen gleich ein bisschen sympathischer gewesen. Das habe sich vor allem bei den Preisverhandlungen bemerkbar gemacht. "Außerdem merkten die Händler schnell, dass sie es nicht mit Touristen zu tun hatten. So wurden wir rasch akzeptiert und nicht übers Ohr gehauen", erzählt die Mutter.

Auf den kleinen Inseln waren die Lebensmittel jedoch nicht sehr üppig bemessen. Oft leben dort gerade mal 50 Menschen in kleinen Ansiedlungen. Wenn dann noch die fünfköpfige Familie unangemeldet hinzukam, wurden die Vorräte schnell knapp. "Sobald das Postschiff mit neuer Verpflegung eintraf, musste man sich beeilen. Sonst war alles weg", berichtet Cornelia Scheidt. Diskussionen in einem der typischen kleinen Läden darüber, wem die letzte Zwiebel zusteht, gehörten zum Alltag.

Ein Hauptnahrungsmittel holte Hasko Scheidt mit seinen beiden Söhnen für die Familie allabendlich frisch aus dem Ozean: die Conch-Muschel. Sie liefert eine gute Hand voll Fleisch, das in den verschiedensten Varianten, mal als Steak, mal in der Spaghetti-Soße, auf dem Teller landete. Den Einheimischen dient das schneckenförmige Muschelhaus als Blasinstrument. Bringt ein Fischer seinen Fang nach Hause, ruft er damit die Käufer herbei.

Während ihrer langen Aufenthalte in der Karibik haben die Scheidts inzwischen auf fast jeder Insel Freundschaften geschlossen. Mit Captain Samuel, dem Leiter der Port Authority der British Virgin Islands, debattierten sie stundenlang über Seezeichen. Mit Tom und Sally, die auf den Antillen die beliebte Zeitung "Caribean Compass" herausgeben, tauschten sie regelmäßig die neuesten Nachrichten aus. "Wenn der Barkeeper des Yachtclubs Antigua - da ist es nicht so schnieke wie in den deutschen Clubs - dich mit „welcome home“ begrüßt, dann fühlst du dich wirklich wie zu Hause", sagt Hasko Scheidt ein wenig wehmütig.

Im Sommer war Hauptsaison für die Vermessungsarbeiten. Denn dann herrschte meistens ruhiges Wetter und das Meer war still. In den Abendstunden beobachteten die Scheidts jedoch
häufig Wasserhosen. "Du siehst wie sie sich aus einer Regenfront lösen und bedrohlich auf dich zutanzen mit ihren 30 bis 40 Meter Durchmesser, beschreibt Cornelia Scheidt immer noch sichtlich beeindruckt das Naturphänomen. Und auch die Hurrikan-Saison fällt in den Sommer. Solch ein Wirbelsturm kostete die Familie eine ganze Woche. Zwei Tage vor seinem Eintreffen musste alles niet- und nagelfest gemacht werden. "Den Sturm selbst, der meist einen Tag lang tobt, übersteht man am besten mit einer Hurrikan-Party", rät Scheidt "Während draußen Palmen durch die Luft wirbelten, haben wir drinnen im Freundeskreis gefeiert.“ Nach einem solchen Unwetter funktionierte auf den Inseln erst einmal ein paar Tage gar nichts mehr. Jeder war mit Aufräumen beschäftigt.

Aus der Ruhe bringen ließen sich Hasko und Cornelia Scheidt von den Hurrikanen allerdings nicht. In ihrem Terminplan gab es stets genügend Luft, sowohl für Wetterkatastrophen als auch für Ausfälle aufgrund kaputter Geräte oder Motoren.

Inzwischen sind die Vermessungsarbeiten in der Karibik längst abgeschlossen, der erste von insgesamt vier Kartensätzen erschien bereits vor fünf Jahren. Nun arbeitet das Team von der Schlei an der Kartierung der Bahamas. Einen eigenen Kartensatz wird es diesmal allerdings nicht geben. Die Ergebnisse der Vermessungen, die bis Ende 2003 abgeschlossen sein sollen, fließen in die Karten des amerikanischen Unternehmens Maptech ein. Im Herbst kommt der erste überarbeitete Satz auf den Markt.

Für einen Segelurlaub empfehlen Hasko und Cornelia Scheidt übrigens eher die Karibik als die Bahamas. Die Bahamas sind fotogener, aber das Segelrevier ist längst nicht so spannend wie das Seegebiet rund um die kleinen Antillen", verrät der Nautiker. Dieses Revier sei zwar anspruchsvoller, doch, so Hasko Scheidt, ganz cleverer Geschäftsmann: "Mit der richtigen Karte lassen sich die Inseln und Riffe gefahrlos erforschen.“

Ina Schiniedeberg / YACHT 6/2001

 

     
     

Karibische Vision als Erfolgsgeschichte

Auszeichnung für Hasko Scheidt und seine Nautischen Veröffentlichungen

Arnis

"Es war eine Vision, karibisch abenteuerlich, aber wir haben daran geglaubt und wir sammeln jetzt den Erfolg ein," sagte Hasko Scheidt bei der Ehrung. Für seine Vision und seinen Unternehmer-Geist wurde der Gründer und Motor der Nautischen Veröffentlichungen in Arnis jetzt auf dem Wirtschafts- und Kulturfestival "Vision“ der Industrie- und Handelskammern Flensburg und Kiel ausgezeichnet.

Vor 7oo Gästen aus Politik und Wirtschaft berichtete Hasko Scheidt in Büdelsdorf über die Idee, die zwar nicht den Grundstein seines Unternehmens bildete, aber für eine kräftige Expansion sorgte. In Arnis werden heute weltweite Seekarten produziert - für die Sportschifffahrt, die Berufsschifffahrt und die Lotsen.

Am Anfang stand ein Segeltörn:"1994 gingen wir mit unseren Kindern auf eine Atlantikrundreise - von Arnis über die Kanaren in die Karibik und zurück über die Bermudas, Azoren, England, durch den Limfjord nach Arnis."

In der Karibik, beim Segeln durch die Inseln stellt Familie Scheidt dann fest, dass "die Situation hier ähnlich ist, wie bei uns vor 25 Jahren, als wir anfingen Sportbootkarten für unser Heimatrevier Ostsee zu erstellen“: Große Verkehrsdichte, schlechtes Kartenmaterial auf zu hohem Preisniveau. Das Schlimmste sei ein komplettes Verwirrspiel zwischen den verschiedenen Maßstäben gewesen – und dann noch eine Mixtur der unterschiedlichsten Maßsysteme, mal Fuß, Faden, metrisch - dezimal oder Inch.  

"Da kam uns die Vision wäre es nicht toll, alles gut lesbar in unserem gewohnten Standard zu haben?" Das Revier mit den vielen Über- und Unterwasserriffen erhalte ein ganz anderes Profil, wenn es auf der Karte lesbar sei. Inzwischen gibt es 15oo Seemeilen von Barbados bis zu den Bahamas mit einheitlichen Maßstäben mit Revierkarten und Überseglern, Hafendetails und Ansteuerungen, bearbeitet nach eigenen Luftaufnahmen und punktuellen Messungen in den Ankerbuchten und Häfen.

"Nachdem wir in vier Jahren die Südliche Karibik fertig gestellt hatten, wurde man international auf unseren kleinen Betrieb in Arnis aufmerksam“. Die Karten gewannen auch in den USA einen immer größeren Marktanteil. Die Idee, alle Karten in einer handlichen Verpackung zusammenzufassen, komme der amerikanischen Verkaufstrategie entgegen, "und so kam die US-amerikanische Firma Maptech auf uns zu, mit der Frage nach Karten von den Bahamas". Maptech ist in den USA der größte Seekartenhersteller und offizieller Produzent für die Regierung. "Diese fruchtbare Zusammenarbeit besteht mittlerweile seit acht Jahren
und brachte beiden Firmen positive Impulse und Internationalität." Auch die 70 Schiffe der Coastguard fahren mit Seekarten aus Arnis – digital - natürlich.

Schlei-Bote 22.04.2005

     
     

Tageblatt/BZ - SCHLESWIG-HOLSTEIN/HANSESTADT Hamburg - Sonnabend 11.Oktober 2003

Arnis und die Küstenwache

14 Spezialisten erstellen an der Schlei Seekarten / Amerikaner nutzen Know-How

Zwar hat Arnis nur 375 Einwohner, aber der Ort ist unter Kapitänen auf der ganzen Welt bekannt. An der Schlei entstehen modernste Seekarten.

Von Friedhelm Caspari

Arnis (ino). Auf den Spuren des Entdeckers James Cook (1728 - 1779) kreuzen die Navigatoren eines der weltweit größten privatwirtschaftlichen SeekartenHerstellers. Sie sind in Arnis an der Schlei beheimatet, in Deutschlands kleinster Stadt. Eine vergleichbare Firma gibt es nur in Großbritannien. Normalerweise stellen Behörden, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg, Seekarten für die Handelsschifffahrt her. Doch die Arnisser haben sich auf Detailkarten für die Sportschifffahrt und dabei auf exotische Meeres- und Inselregionen konzentriert.

Ähnlich der Arbeitsweise des Seekartenzeichners Cook ist der Gewässerkundler Hasko Scheidt vier Monate jährlich in Übersee unterwegs. Der 53 Jahre alte "Hydrographer" nimmt ferne Gebiete unter die Lupe, wie derzeit vorzugsweise die Inselwelt der Bahamas südöstlich von Florida. Spezialisiert sind die Arnisser vor allem auch auf Flachwasserbereiche, von denen es wenig genaue Karten gibt.

Vermessen wird unter anderem mit einem Peilboot, per Echolot und mit Hilfe modernster Elektronik, so über das Global Positioning System (GPS). Inzwischen fahren so

gar die rund 70 Schiffe der amerikanischen Küstenwache (US Coast Guard) mit elektronischen Karten aus Arnis bei Kappeln. Bekannt ist der idyllische Ort mit seinen 375 Einwohnern im Kreis Schleswig-Flensburg als Seglerquartier und für seine Holzbootwerften.

Die Messungen für die Karten deutscher und schwedischer Ostseehäfen sowie einiger Binnenseen sind Scheidts Mitarbeiter vorbehalten, dem Ex-Marineoffizier und Nautiker Hermann Cassens (63). Die Messwerte werden in See- und Hafenkarten speziell für die Sportschifffahrt, Segler und

Lotsendienste umgewandelt. Dabei wird auch Kartenmaterial erneuert, das noch aus früheren Jahrhunderten stammt. Ebenfalls aktualisiert werden die jeweils im Januar neu herausgegebenen rund 100 Karten für Sportbootskipper. Die Informationen dafür kommen von Behörden und Wasserbaufirmen. Auch individuelle Karten für Segelregatten werden in Arnis hergestellt.

Die neuen Seekarten werden auf Papier und als Computerdatei auf silberglänzende Scheiben gebannt "Wir arbeiten seit fünf Jahren eng mit unserem amerikanischen Partner maptech zusammen", sagt Scheidt. "Insgesamt haben wir zurzeit rund 300 verschiedene Seekarten im Programm." Gedruckt werden sie in Hamburg und Italien.

Das von Scheidt vor knapp 25 Jahren gegründete Unternehmen "Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft mbH" (NV) mit 14 Mitarbeitern gibt außer Seekarten weitere maritime Publikationen heraus - wie beispielsweise die seit drei Jahren erscheinende, kostenlose Fachzeitung "NV.Navigator". Die Zeitschrift mit einer Auflage von 50000 Stück wird von Scheidts Ehefrau Cornelia herausgegeben.

     
     
 
     
     

Magische Orte
yacht / 20.09.2000

Nach jahrelangen Vermessungsfahrten für ihre „Caribbean Yachting Charts“ haben sich die Arnisser Verleger Cornelia und Hasko Scheidt als herausragende Kenner der karibischen Szene etabliert. Cornelia Scheidt beschreibt für die „Yacht“ 13 ihrer liebsten Reiseziele zwischen Grenada und St. John:

Unter den wuchtigen Hieben der Machete fallen die Rohre für den Rum wie Mikadostäbchen. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit säbelt der Erntearbeiter das Zuckerrohr wie annodazumal und schneidet mir wie nebenbei etwas davon ab. Ganz cool. Es ist diese Lockerheit, die zu dem entspannten Lebensgefühl auf Grenada beiträgt und zu einem meiner karibischen Lieblingsziele macht. Unten, in der Hauptstadt St.George, ist das „easy going“ Lebensprinzip. Die indischen Geschäftsleute haben nur die Märkte in der Hand, am geruhsamen Lebensrythmus halten sie weniger Aktien. Mit gelegentlichen Spannungen lebt man wie mit einem Furunkel, der nur stört, wenn man ihn ständig betrachtet. „No problem“ ist keine Redensart, sondern das elfte Gebot in St.George. Miesmachen gilt nicht und ist in dem „großen Garten Grenada“ eine unbekannte Vokabel.
Die Sinne diktieren das Genießen auf der Gewürzinsel. Ob man sich über den Markt von St. George schnüffelt oder durch Muskatbäume, für die Nase gibt es keine Duftpause. Das Auge hat nicht weniger zu tun. Der Markt von St. George ist die Steigerung für „am buntesten“. Es gibt in der Karibik nur wenig Märkte, die es in punkto Vielfalt, Originalität und Größe mit dem von St.George aufnehmen können. Die überwältigende Fülle macht die Einhaltung des zwölften Gebotes schwer, das da lautet: Der Markt ist zum Handeln da. Ein weiterer optischer Genuß ist das Betrachten der auf Feldsteinen errichteten alten Häuser im viktorianischen Stil. Nach grenadinischem Baugesetz scheint auch heute ein Haus erst ein Haus zu sein, wenn es in Bonbonfarbe gestrichen und mit einem verzierten Stahlbalkon versehen ist. Inzwischen wurden auch die alten englischen Verwaltungsgebäude restauriert, sie waren im Stadtbild das letzte Haar in der Suppe. Aber bei aller Schwärmerei ist das lebendige St.George mit dem typischen Flair einer karibischen Kleinstadt auch praktisch gesehen ein idealer Hafen. Direkt am Dingi-Steg kann man sich in einem Supermarkt mit Proviant eindecken und der Yachtclub hat ein fürsorgliches Auge auf seine Gäste.
Die Chathambay von Union Island ist das Kontrastprogramm zum bunten Trubel in St. George. Die Bucht liegt den einen Meter neben dem Trail, der die absolute Ruhe garantiert. Das einzige dramatische Ereignis in der Bucht ist hier der Sturzflug der Pelikane. An den unbebauten Strand des Tauchparadieses übernachtet gelegentlich ein Fischer, der von hier aus auf Fischfang geht. Von mir danach befragt, wo er mit seinem offenen Boot fischt, sagte er: „Dort, wo ich nur noch die Wolken über den Inseln sehe“. Eselspfade führen zum Hauptort auf der anderen Seite von Union Island, über Ashton nach Clifton. Das hört sich zwar nach viktorianischen Bauten an, in denen Ladies mit abgespreizten Fingern Tee trinken, aber hier erschöpft sich das kulturelle Leben im Genuß von Croissants und Baguettes im schlichten Anchorage-Hotel in Clifton. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb haben es mir die eher karge Insel und die Chathambay angetan. Zeit ist hier ein besonders relativer Begriff. Auf einer meiner Spaziergänge passierte ich zwei Reiter auf ihren Eseln, die sich soeben getroffen hatten. Der eine versicherte dem anderen, daß er eine „very urgent message“ zu überbringen hätte, er daher keine Zeit zum Plausch habe. Auf meinem Rückweg ging ich zwei Stunden später wieder an ihnen vorbei. Sie hatten sich nicht einen Meter von der Stelle bewegt.
Petit Martinique ist ein einzelner Vulkankegel im Meer. Die etwas rauhbeinigen stolzen Einwohner sorgen mit ihren Schmuggelfahrten dafür, daß Petit Martinique noch immer in dem besten Ruf eines Schmuggler- und Piratennestes steht. Als vor ein paar Jahren ein Zollbeamter auf die Insel beordert wurde, um der Schmuggelei ein Ende zu machen, geriet er in eine nicht endende Begräbnisfeier. Auf seine Frage, um wessen Beerdigungsfeier es sich handele, sagte man ihm: um die des neuen Zollchefs. Er reiste daraufhin flugs ab.

Die Carriacousloops sind ein Markenzeichen von Petit Martinique. Die völlig übertakelt wirkenden kleinen Segler sind Fischerboote und Schmuggelfahrzeuge für Alkohol und alles was man rauchen kann. Gebaut werden sie im gegenüberliegenden Ort Windward auf Carriacou. Ihre Sloops bauen die Einwohner ohne Pläne. Als ein Amerikaner vor vier Jahren eigens einen Plan mit exaktem Aufriß anfertigte, um sich eine Sloop auf der Insel bauen zu lassen, traf er am nächsten Tag auf grasrauchende Bootsbauer. Aus Mangel an Papier für ihre Zigaretten waren seine Pläne sprichwörtlich in Rauch aufgegangen. Sein Boot wurde dennoch pünktlich fertiggestellt, auch ohne Plan.

Der „Spanish Point“ im Süden der Insel Barbuda ist mein nächstes Ziel. Obwohl der jüngste Hurrican das Außenriff sehr stark in Mitleidenschaft gezogen hat, bietet der Ankerplatz unmittelbar südwestlich des Olddock einen sehr guten Schutz für die hervorragenden Anker- und Tauchgründe. Hier ankert man neben einem Schnorchelgrund, der seinesgleichen sucht - reich an  Blue Tangs, Adler-Rochen, Wasserschildkröten und Barracudas. Zwar bietet das flache Eiland Barbuda an Land wenig, aber den Strand der Windwardseite kann man hier kilometerlang entlanglaufen. Interessantes Strandgut hat hier seine Atlantikreise beendet. Allmählich im Sand versinkende Kanonen zeugen noch vom jähen Ende der Fregatte HMS Griffin aus den Tagen von Sir Francis Drake.
Weitaus lebhafter als am „Spanish Point“ geht es in den Virgin Islands zu - in der Manchioneel Bay von Cooper Island. Aber der große Andrang kann dem ewig überfüllten Ankerplatz mit Mooringfeld nichts anhaben, entschädigt doch der Blick von der Bar über den Sir Francis Channel, die nette Atmosphäre im Restaurant und das Schnorcheln am „Cistern Point“. Unglaublich große Exemplare der unterschiedlichsten Fischarten sind hier zu sehen. Hier habe ich den größten Barracuda meiner bisherigen Karibikreisen gesehen - den ich sicherheitshalber nicht aus dem Blick gelassen habe. Selbst die zahlreichen Wasserschildkröten lassen sich von den Ankerliegern nicht beindrucken. Der Fischreichtum mag daher rühren, daß die Unterwasserwelt der Virgin Islands seit langem unter Naturschutz steht.
Neben „Foxies Bar“, dem internationalen Seglertreff auf Jost van Dyke steuere ich besonders gerne St. John an. Vor allem schätze ich neben dem sehr geschützten Ankerplatz die Pfade, die über die Insel führen. Die Nachfahren des Rockefeller-Clans haben es möglich gemacht, daß man hier ein Naturschutzgebiet durchwandert, das zwei Drittel der Inselfläche ausmacht. Es wird behauptet, die Bevölkerung bestehe aus gealterten Hippies und Geldadel. Tatsächlich trifft man in der „Skinny-Leg-Bar“ die „Scooner-Trash-Community“ (Schoner-Müll-Gemeinschaft), eine skurile wie interessante Szene, die für die erste Kranbesetzung in der Karibik sorgte. Jahrelang hatte sich die Gemeinschaft erfolgreich gegen eine große Marina zur Wehr gesetzt, aber den bereits gelieferten Kran für den Hafen gab sie nicht wieder her.
Die Tobago Cays und die Saline Bay der Insel Mayreau sind ebenfalls eines meiner bevorzugten Ziele. Die Cays sind einfach obligatorisch, wegen ihrer hervorragenden Anker- und Tauchgründe. Sie stehen seit einigen Jahren aufgrund ihrer reichen Unterwasserwelt unter Naturschutz. Speerfischen und Jetskifahren sind strikt verboten. Daß sich wenige Meter vom Ankerplatz 3000 Meilen Ozean erstrecken, gibt dem Revier einen ganz besonderen „Touch“. Der recht frische Wind in den Cays ist ein willkommener Grund in der Saline Bay vor Anker zu gehen und sich zu Fuß über die Insel zu begeben. Der einzige Weg führt den Berg hinauf an mehreren Bars vorbei zur Schule auf der Bergkuppe. Schon hier wird man für den „Aufstieg“ mit dem Blick über die Tobago Cays belohnt. Der Pfad führt von hier bergab zur beliebten Saltwistle Bay, wo an der einzigen Bar der Bucht ein kühler Drink wartet.
Auf dem Weg nach Norden gehe ich am liebsten in der Admiralitybay vor Anker, sie war schon von den englischen Seefahrern vor zweihundert Jahren besonders geschätzt. Hätten sie schon damals die Conchballs (Flügelmuschelfrikadellen) von „Macs Pizzeria“ gekannt, sie hätten sich hier spontan niedergelassen. Man kann hier Wochen verweilen, um die kulinarische Köstlichkeiten am Ufer ausgiebig zu genießen. Boutiquen, Krimskramsläden und Bars mit Livemusik verleihen Bequia das besondere Flair des herausragenden Szene-Treffs der südlichen Karibik. Besonders schätze ich an Bequia das harmonische Miteinander der 5000 Einwohner europäischer, amerikanischer, afrikanischer und asiatischer Abstammung, die ich als „Weltmix“ bezeichne. Es gibt keine Mehrheit, die Minderheiten einen Stempel aufdrückt, es gibt nur den Bequianer. Viele der Vorfahren kamen aus New Bedford zum Walfang. Ein Wal-Museum erinnert noch daran. Noch immer haben die Einwohner das Recht einen Wal pro Jahr zu fangen - auf die tradionelle Weise, versteht sich.
Über Petit Byahout auf St. Vincent schreibt Chris Doyle in seinen bekannten karibischen Führern zurecht von „good snorkling“. Es ist ein Paradies für Liebhaber der Unterwasserwelt.
Es gab kein perfekteres Piratenversteck als die Marigot Bay auf der Insel St. Lucia. Der Gegner segelte vorbei und sah nicht einmal die Masten der Schiffe. Zwischen Hängen liegend ist das Hurricanhole zurecht ein sehr beliebter Ankergrund. Bei tropischen Stürmen wird hier allerdings vor den fliegenden Kokosnüssen gewarnt (kein Scherz!!). Leider ist die Bucht gelegentlich sehr frequentiert.
Die Bucht von St. Anne mit ihrem flachen Sandstrand im Süden von Martinique reizt mich als nächstes Ziel. Dort bin ich nur schwer von der Terasse der Bäckerei „L´Épi Soleil“ auf das Schiff zurückzulocken, wegen des Gebäcks, dem „laissez faire“ der französischen Siedlung und dem unvergleichlichen Blick über das türkise Wasser auf den Diamond Rock. Mich von dort zum nächsten Ziel zu locken, gelingt nur mit der Aussicht auf Hertas creolische Küche in Portsmouth auf Domenica. „Sisters Lodge“ heißt das kleine Restaurant der Deutschen, die 17 Jahre mit einem Domenicaner verheiratet war. Es liegt 150 Meter südlich des Banana-Dock. Leider ist die Prince Rupert Bucht nicht besonders gut geschützt, aber immer noch die beste Ankerbucht einer touristisch kaum erschlossenen Insel mit unverfälschtem karibischem Flair und einer sehr hilfsbereiten Bevölkerung.
English Harbour ist das internationale Yachtzentrum der kleinen Antillen. Es liegt extrem geschützt, bietet Einkaufs- und Reparaturmöglichkeiten und strahlt noch immer den Charakter eines Hafens zu Admiral Nelsons Zeiten aus. Die Hafenanlagen  und das alte Admiralsgebäude mit Museum sind liebevoll restauriert worden. Ausstellungen erzählen hier von der ereignisreichen Geschichte des Hafens. Ich gehe gerne zu Fuß zu Shirley Heights hinauf, wo der Blick auf English und Falmouth Harbour und die Aussicht über das karibische Meer bis nach Montserrat Lohn der Mühe ist. Samstags fließen hier Bier und Pina Colada zu Steelbandmusik. Man nimmt am besten den Fußweg an der Galeon Beach und ankert dafür in der Freeman Bay.
Bei ruhiger See ist der Ausflug von English Harbour zur „Nonesuch Bay“ Pflicht, die zurecht „Keine-wie-diese-Bucht“ heißt. Man liegt dort hinter Green Island wie in Abrahams Schoß. Das schätzen auch die Einheimischen, die den Ort zum ihrem Sonntags-Ausflugziel erkoren haben. Green Island ist der perfekte Grillplatz. Den Fisch dafür fängt man sich auf dem Weg dorthin.